Vita/Lebenslauf

Vita

Born in New York City in 1928 as Stephen Wechsler, I was already politically engaged in my school days, when the Left was strong in the USA, especially in New York. As a student at Harvard in 1945 I became a Communist and was active against racism, union-busting and war menaces. After graduation, in order to take part in the union movement, I worked in two factories in Buffalo where I also became closely acquainted with an African-American ghetto and Communists active there.

During the Korean War I was drafted and (luckily) sent to West Germany. Then it was discovered that I had been an active leftist but, in the dangerous years of the McCarthy Era had not reported this in the statement required of every draftee (unconstitutionally, as decided by the Supreme Court 15 years later). The threat of up to five years in military prison made panic and desert, swimming across the Danube River from the US Zone of Austria to the Soviet Zone.

I was taken to the (East) German Democratic Republic where, after five months of factory work and learning to use a lathe machine in a special course for deserters from Western armies, I was able to take a four year course at the Journalism Institute of the Karl Marx University in Leipzig. With my wonderful wife Renate I moved to East Berlin and raised a family of two sons, worked in press and radio work, then as curator of a Paul Robeson Archive at the Academy of Arts and finally as a free-lance journalist, lecturer and author, traveling through the whole country. I also moderated a popular series of American folk, union and protest songs on the main radio station and was Pete Seeger’s interpreter during his musical visit to East Berlin.

In 1994, I was able to return to the USA and get discharged from the US Army after 42 years. I attended all reunions of my Harvard Class of 1949 and went with Renate on a cross-the-nation book tour with my autobiography, “Crossing the River: A Memoir of the American Left, the Cold War, and Life in East Germany” (University of Massachusetts Press).

Now widowed, with two grown sons in Berlin and three grandchildren, I write irregular reports on German developments for American readers and articles for the left-wing German press.

A new book, again in English (my nine other books are in German), publishing date February 2019 with the title “A Socialist Defector: From Harvard to Karl Marx Allee”, describes and analyzes the downfall of the GDR and how capitalism regained power there. Without concealing problems and mistakes, I do not hide my conviction that the GDR was the more moral Germany, my sadness at its disappearance, and why I still believe in socialism.

MEIN LEBENSLAUF

Ich wurde 1928 als Stephen Wechsler in Manhattan geboren und wuchs während der Krisenzeit in der engagierten, nach links neigenden Stadt New York auf. Bereits in der Oberschule kam ich in linke Jugendorganisationen, die äußerst diskussionsfreudig und kulturbewusst waren: unsere Interessen reichten vom MOMA bis Arthur Miller, Pete Seeger und Ernst Busch. Besonders in jüdischen Kreisen herrschte ein antifaschistischer Geist.

Ich war gerade zu jung, um Soldat in dem Weltkrieg zu werden. 1945 bis 1949 studierte ich an der Harvard Universität und blieb aktiv, insgeheim als Mitglied der Kommunistischen Partei, die besonders aktiv war gegen Rassismus und die neue Kriegsgefahr und für Gewerkschaftsrechte. Wegen dieser Überzeugung arbeitete ich nach (und trotz) dem Diplom als Ungelernter in zwei Fabriken in der Industriestadt Buffalo, wo ich viele Kontakte und Freundschaften mit Menschen im Ghetto hatte – und viel darüber lernte.

1951 wegen des Koreakriegs eingezogen, kam ich durch Glück statt nach Korea nach Bad Tölz in Oberbayern (später nach Fürth). Ich nutzte jeden Pass und Urlaub für Reisen nach Österreich, der Schweiz, Skandinavien, Italien und durch die Bundesrepublik. Im August 1952 warf mir die Armee schriftlich vor, beim erforderlichen Treueeid meine linken Verbindungen nicht „gebeichtet“ zu haben. Sie hatten recht; aus purer Angst vor schwerer Strafe in jener eisigen „McCarthy-Ära“ hatte ich sie verschwiegen. Nun drohten Strafen von bis 10 000 Dollar und fünf Jahren in Armeehaft. Ich zitterte – und flüchtete. Um von der USA-Zone Österreichs in die UdSSR-Zone zu kommen schwamm ich über die Donau, die damalige Grenze.

Nach knapp drei Monaten der Abgeschlossenheit brachten mich die Sowjetbehörden in die DDR, diesmal mit dem adoptierten Name Victor Grossman (aus Rücksicht auf meine Verwandten). Zunächst trug ich Holzbohlen in einer Fabrik, wurde dann Kulturleiter für andere Ausländer (wie mich Desertierer), ich lernte Dreher, und kam dann nach Leipzig, wo ich Journalismus studierte, heiratete meine liebe Renate und wurde  Vater vom ersten meiner zwei Söhne.

Dann, nach Ost-Berlin gezogen, arbeitete ich bei einem englischsprachigen Verlag, einem englischsprachigen Bulletin, im Nordamerikadienst bei Radio Berlin International und als Leiter eines Paul-Robeson-Archivs an der DDR-Akademie der Künste. Dann, 1968, wurde ich freischaffender Übersetzer, Journalist, Englischlehrer, Untertitelschreiber, Vortragsredner und Buchautor. Ich sah meine Aufgabe darin, ein nicht unparteiisches (das wäre sowieso unmöglich) aber doch faires, informatives, Schwarz-Weiß vermeidendes Bild von meiner USA-Heimat anzubieten. Weil ich daran hielt, auch Humor nicht scheute (ungewöhnlich bei solcher Thematik) und es mir gelang, eine vielleicht überraschende Selbstständigkeit und Offenheit zu erreichen, auch mit Kritik, wurde ich sehr als Redner gefragt. Ein privilegierter „Vorzeige-Amerikaner“ war ich niemals.

Ich schrieb mitunter eine Geschichte der USA, eine Geschichte deren Sänger und Lieder und führte  eine beliebte Senderreihe mit den Liedern. Nach der Wende schrieb ich eine Geschichte des Spanienkriegs  – durch die Worte der ausländischen Kämpfer dort sowie ein Buch mit Kurzbiographien von 34 wunderbaren und historisch wichtigen amerikanischen Frauen, fast alle in Deutschland unbekannt. Und auf Englisch schrieb ich meine Autobiographie, („Crossing the River, a Memoir of the American Left, the Cold War, and Life in East Germany”, University of Massachusetts Press).

Nachdem ich 1994 nach 42 Jahren aus der US Army entlassen wurde konnte ich in meine Heimat reisen – und mit meiner Frau ging ich auf eine langen Buch-Tournee von Boston bis Seattle.

Februar 2019 erscheint ein zweites Buch auf Englisch, mit meinen Reflexionen über den Aufstieg und Untergang der DDR, wie ich beide erlebte, auch meine Gedanken über die unterschiedlichen Sozialsysteme die ich erlebt habe  und über die Zukunft, die ich – trotz aller Bedenken und Probleme die ich erkannt hatte – doch als  eine sozialistische empfehle.

Leider verwitwet seit 2009, ich lebe noch auf der Karl-Marx-Allee in Ost-Berlin, wo beide Söhne auch leben. Meine drei Enkelkinder sind recht verstreut. Und ich schreibe weiter, mitunter ein Bulletin auf Englisch vor allem über Entwicklungen in Deutschland.

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